Lebensreise.info

6. Oktober 2010

Lebensreise.info Header RitualeMancher mag sich vielleicht gefragt haben, warum es hier so still geworden ist. Ein Grund liegt wahrscheinlich darin, dass ich auf einer anderen Seite begonnen habe, Artikel zu veröffentlichen. Jeder der gerne Texte rund um das Thema Spiritualität (Heilige Orte, Rituale, Gebetsgestik, Rhythmus usw.) lesen möchte, der sollte unbedingt Lebensreise.info besuchen. Hier schreibe ich unter dem Kürzel “sgd”. Viel Spaß beim Entdecken.

Tagzeitengebet in der Gemeinde

27. Oktober 2009

Im November habe ich die großartige Möglichkeit, mit einer Projektgruppe von elf Leuten aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und Generationen ein Tagzeitengebet zu feiern. Und das in einer ganz normalen Kirchengemeinde!

Das finde ich angesichts dessen bemerkenswert, dass mir nur eine einzige Kirchengemeinde hier im Umfeld bekannt ist, die sich zum täglichen Gebet trifft (Jakobusgemeinde Tübigen). Ansonsten ist mir das Gebet im Tagesrhythmus eher aus dem kommunitären Kontext vertraut. Woran liegt das, habe ich mich gefragt. Ist es nur Kommunitäten vergönnt alltäglich gemeinsam zu beten und ist es für “normale” Kirchengemeinden schlicht nicht praktikabel? Sind Menschen, die nicht zusammen arbeiten und wohnen von dieser wunderbaren Form gelebten Glaubens ausgeschlossen?

Dieser Frage können wir also nun nachgehen. Vom Schüler, Studenten und Auszubildenden über die junge Mutter in Elternzeit und den berufstätigen geschäftigen Vater bis hin zum Mitfünfziger und sogar Senior ist alles in unserer Gruppe vertreten, von 17 bis 72. Wir treffen uns montags bis freitags, morgens und abends für ca. 20 Minuten, in einer “Schwellenzeit” zwischen Alltag und Freizeit, um unseren Tag auf Gott auszurichten. Ich schlage zum Einstieg ein eher liturgisches Gebet vor, das ich selbst nun fast ein Jahr verwendet habe, wir probieren es für eine Woche aus und reflektieren dann, modifizieren bei Bedarf.

Ich bin überaus gespannt, wo wir nach diesen vier Wochen landen und wie wir die Frage für uns beantworten werden. Und ich bin sehr dankbar für jederlei Anregung, wenn Du Gedanken oder Erfahrungen mit dem Tagzeitengebet allgemein oder speziell in einem nicht-kommunitären Kontext hast.

Wer Interesse hat, das einmal mitzuerleben: Wir öffnen das Abendgebet in der letzten Projektwoche – vom 20.11. bis zum 27.11 – und freuen uns über jeden, der in unser Gebet miteinstimmt.

Beziehungsweise Leben

24. Oktober 2009

Nun endlich will ich auch an dieser Stelle auf ein Buch aufmerksam zu machen, zu dem ich einen Artikel beisteuern durfte.

“Beziehungsweise Leben” ist seit einigen Tagen bei Deinem lokalen Buchhändler oder z.B. beim ONE-Versand erhältlich. Das Buch versucht in Beiträgen von über 15 Autoren beten, handeln und organisieren von einem relationalen, einem beziehungsorientierten Ansatz her zu denken und praktische Vorschläge zu geben. Die Buch-eigene Homepage verrät Dir mehr über das Buchprojekt, den Inhalt und die Menschen dahinter.

Ich selbst bin jetzt zur Hälfte durch und kann als Zwischenfazit sagen: Bereits die wenigen Seiten haben mich zum Nachdenken gebracht und in meiner Spiritualität inspiriert. Ich finde das Buch sehr gut gelungen!

Impressionen vom zweiten Forum Emergenter Kommunitäten

2. Juli 2009

Ich möchte an dieser Stelle einige Impressionen vom zweiten Forum Emergenter Kommunitäten teilen, das vor einigen Tagen im Kloster Volkenroda mit ca. 30 Erwachsenen und 10 Kindern stattfand:

Dieses Mal waren leider weniger Vertreter länger bestehender Gemeinschaften dabei. Dort wo aber die doch Mitgereisten ihre Sicht äußerten war ich einmal mehr von ihrer Tiefe und ihrer Weitsicht begeistert. Erneut wurde mir bewusst, wie sehr wir diese älteren Kommunitäten brauchen. Wir müssen aktiv den Kontakt und die Vernetzung mit ihnen suchen!

Mich hat es ermutigt noch mehr Familien kennen zu lernen, die in Gemeinschaft leben. Es hat mir gezeigt, dass es möglich ist auch mit Kindern kommunitäres Leben zu gestalten, auch wenn es für die Kinder – wie eine Telnehmerin, die in einer Kommunität aufwuchs, es sagte – schön und schrecklich zugleich sein kann.

Das Forum bestätigte mich in meiner Frage, ob wir kommunitäre Gemeinschaft aufgrund bestehender Verbundenheit zueinander suchen, oder ob unsere Verbundenheit der Verbindlichkeit folgt? Suchen wir allein zu erspüren mit wem wir uns ohnehin verbunden fühlen oder ziehen wir es auch in Betracht Verbindlichkeiten (etwa: Wie wollen wir mit Konflikten umgehen? Wie wollen wir unseren Alltag gestalten? Wie lange wollen wir zusammen sein?) der Verbundenheit voranzustellen?

Für unseren eigenen Weg hat mich der Rat von Marie Noelle von der Recke nachdenklich gemacht. Sie stellte in Frage, ob es in einer Lebensphase zwischen 20 und 30, wo so vieles im Umbruch ist, wichtig ist, sich an eine ganz bestimmte Gemeinschaft für lange Zeit zu binden. Sie warnte sogar davor. Ein Versprechen auf lange Zeit brauche auch eine lange Zeit der Vorbereitung.

Weitere Bilder findest du HIER und die meisten der Beiträge kannst du HIER als Audio-File dowloaden. Auch der Fabse hat schon ein wenig auf diese Tage zurückgeschaut.

Schnell noch anmelden …

2. Juni 2009

… und beim Forum Emergenter Kommunitäten dabei sein. Bis 05.06. besteht noch die Möglichkeit sich mit einer Mail an kommunitaeten@emergent-deutschland.de anzumelden. Nähere Infos zum Forum findest du im unten stehenden Post.

Forum Emergenter Kommunitäten in Volkenroda vom 19.-21.06.2009

31. März 2009

Zum Download hier klicken.

Tischgemeinschaft als Akt der Heilung

28. März 2009

Nachdem ich von Tobias darum gebeten worden bin, meine Zwischenergebnisse zu der vor einigen Wochen gestellten Frage, ob Jesu Tischgemeinschaft als Zeichen oder Wunder verstanden werden kann, hier preis zu geben, will ich euch an meinen Gedanken teilhaben lassen – soweit das ein Blogpost eben zulässt.

Ausgangsfrage war also: Ist man berechtigt Jesu Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern – wie sie z.B. in Matthäus 9,9-13 geschildert wird – als ein Wunder oder als Zeichen des nahe gekommenen Reiches Gottes zu verstehen. Außerdem beziehen sich Missiologen nicht selten auf ebendiese Tischgemeinschaft, um zu sagen: Wir müssen Jesusgemäß das Reich Gottes – auch in sozialer Aktion - darstellen und nicht nur verkündigen. Deshalb habe ich mich auch gefragt, ob der exegetische Befund diese missiologische Interpretation zulässt bzw. sogar nahe legt. Um diesen Fragen nachzugehen habe ich mich mit dem Matthäus-Text näher befasst – oder besser: er mit mir.

Zunächst mal ist mir die Einordnung der Geschichte von der Berufung des Zöllners und der Tischgemeinschaft mit seinesgleichen in den Gesamtkontext aufgefallen: Im ersten Evangelium wird diese Begebenheit in einer Sammlung von Heilungen geschildert. Dieser “Heilungs-Block” (Kap. 8-9) wird gemeinsam mit einem “Rede-Block” – der so genannten Bergpredigt – (Kap. 5-7) von zwei Summarium (einem zusammenfassenden Satz des Evangelisten) umrahmt. In diesem Summarium heißt es sinngemäß: Jesus zog umher, lehrte und rief die Botschaft vom Gottesreich aus und heilte. Diese drei Elemente machen den Kontext der Tischgemeinschaft aus, der folgendermaßen kurzgefasst werden könnte: Summarium – Redeblock – Wunderblock (inkl. Tischgemeinschaft) – Summarium. Ich hab mich gefragt: Warum gliedert der Schreiber des Matthäusevangeliums in dieser Weise?

>>>> Jedenfalls: Die Tischgemeinschaft Jesu mit Zöllnern und Sündern wird in Verbindung zu Heilungen Jesu und darüber hinaus zu Jesu Gottesreich-Verkündigung gebracht.

Außerdem fiel mir auf, dass der Tischgemeinschaft die Geschichte von der Heilung und Sündenvergebung eines Gelähmten vorangestellt wird. Zur Erinnerung: Man bringt einen Gelähmten zu Jesus, Jesus spricht ihm die Vergebung der Sünden zu, woraufhin sich einige Schriftgelehrten über diese Anmaßung empören. Zum Erweis seiner Vollmacht Sünden zu vergeben, heilt er den Gelähmten. Interessanterweise geht in allen synoptischen Überlieferungen diese Erzählung den folgenden Ereignissen der Zöllnerberufung und Tischgemeinschaft voraus. Dort wird Ähnliches betont: Nachdem sich Juden über Jesu Einkehr bei einem Zöllner wundern (das gemeinsame Mahl mit einem Zöllner oder Sünder verunreinigte den Juden und schloss ihn so aus der Anbetungs- und Volksgemeinschaft aus), erklärt Jesus: “Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. (…) Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.”

>>>> Damit wird klar: Jesus selbst versteht Sünde als Krankheit und den Sünder als einen, dem Heilung zukommen soll. Deshalb berichtet Matthäus von der Tischgemeinschaft auch in diesem Heilungs-Kontext.

Jetzt stellt sich nur die Frage: Wie genau kam den Zöllnern und Sündern in Matthäus 9 die von Jesus angebotene Heilung zu? Die Geschichte vom Gelähmten lehrt uns: durch Sündenvergebung. Der Nachfolgeruf an den Zöllner sagt: durch Berufung in die Jüngergemeinschaft. Aber kann die Tischgemeinschaft als Akt der Heilung verstanden werden?  Es wird – meines Erachtens zurecht – in diesem Zusammenhang auf die eine andere Zöllnertischgemeinschaft verwiesen – auf die mit Zachäus (vgl. Lk 19,1-10). Auch wenn umstritten ist, was genau Zachäus zur Umkehrbewegung veranlasst hat und wenngleich diese Auslöser vielfältig gewesen sein mögen, scheint diese unvorstellbare Handlung, sich an einen Tisch mit einem Sünder zu setzten, den Ausschlag für ihn gegeben zu haben. Genauso scheint bei Matthäus die Tischgemeinschaft einbezogen in den Heilungsprozess als Akt der Heilung Jesu.

>>> Also: Die Heilung der Sünder, weswegen Jesus gekommen ist, vollzieht sich in den Evangelien in Sündenvergebung, Berufung und Tischgemeinschaft.

Angenommen, im eschatologischen “Himmelreich” werden alle, Juden wie Heiden an einem Tisch sitzen. Und angenommen, die Wunder bzw. mit dem Johannesevangelium gesprochen: die Zeichen Jesu sind nicht nur zum Erweis Jesu Messianität, sondern auch ein Hinweis auf das gekommenen Reich Gottes und ein Verweis auf das noch zu kommende Gottesreich (vgl. Mt 12,28).

>>>> Dann handelt es sich bei der Tischgemeinschaft wirklich um ein Zeichen Jesu!!!

Wenn Jesus seine Jünger sendet zu verkündigen und zu heilen und auch wir ausgesandt sind “wie Christus” (vgl. Joh 17,18), dann müssen wir uns fragen, wie wir diese Tischgemeinschaft Jesu mit den Unreinen leben können? Wie können wir an Gottes heilendem Prozess teilhaben, wie an der Wiederherstellung von Menschen in die “Volks”- und Anbetungsgemeinschaft, in die Gemeinschaft zu Gott und Menschen? Und wir können uns fragen, ob unsere Tischgemeinschaften darin eine Rolle spielen werden.

“Orte der Hoffnung – prophetische Zeichen”

13. März 2009

Die letzten vier Tage hatte ich die Möglichkeit auf dem “Treffen für Verantwortliche” (TvV) mit dem Thema “Orte der Hoffnung – prophetische Zeichen” dabei zu sein. Ich bin ohne konkretere Vorstellung  hingefahren und konnte, dort angekommen, zunächst nicht wesentlich mehr aus Nobbi – der mich, Fabse, Marian und Dan eingeladen hatte – herausbekommen, als dass das Treffen “anders” sei.

Nach und nach realisierte ich, wer mir da am Essenstisch gegenüber saß. Darunter waren z.B. Br. Franziskus Joest, der Prior des Brüderzweiges der Jesus-Bruderschaft Gnadenthal, Lothar Penners, Bewegungsleiter der Schönstattbewegeung und seineszeichens Prof. der Philosophie, oder Wilhelm Bläsing, geistlicher Vater des CVJM München. Schon bald verstand ich auch, dass es bei diesem Treffen nicht um das Präsentieren großer Namen, Titel oder Werke ging, sondern um das Hören, auf das “was der Geist den Gemeinden sagt” und auf das, was im Gegenüber ist. Diese zurückhaltende, hörende Haltung hat mir sehr gut gefallen.

Es kamen also vielleicht 100 Menschen zusammen, um auf Gott und den Anderen zu hören. Menschen unterschiedlichster geistlicher Gemeinschaften. Darunter mir Bekannte wie Jugend mit einer Mission, die Jesusbruderschaft Gnadenthal, die Schwestern aus Selbitz, die Darmstädter Marienschwestern, die Fokular- oder Schönstattbewegung und mir Unbekannte, wie z.B. die katholischen Gemeinschaften “Hauskirche Fiat Verbum” oder “Sant’Egidio“. In dieser Unterschiedlichkeit scheint man miteinander in Einheit gehen zu wollen. (So steht das TvV auch hinter den Miteinander-Kongressen.) Diese Einheit beruht nicht darauf, dass man über die Unterschiedlichkeit hinweggeht oder sie gar nicht wahrnimmt, wie ich es oft erlebe. Vielmehr habe ich dort beeindruckende Achtsamkeit der Tradition des Anderen erlebt, das Wissen und die Wertschätzung der Eigenart des Anderen. “So wie ich das gehört habe” (wie man gesagt hätte) geht es um Jesus in der Mitte und um eine gegenseitige Wertschätzung der unterschiedlichen Wege ihm nachzufolgen. Toll.

Und: Es war das erste Mal meines Lebens mit einem zölibatär-lebenden-charismatisch-katholischen Bruder ein Bier zu trinken … und das in der Fastenzeit.

Jesu Tischgemeinschaften als Zeichen? Als Wunder?

25. Februar 2009

Ich beschäftige mich in den letzten Tagen mit der Frage, wie Jesu “Zeichen und Wunder” zu verstehen sind. Zunächst werden dazu natürlich die in den Evangelien berichteten Heilungen, Naturwunder oder Exorzismen (Dämonenaustreibungen) gezählt.

Nun behauptet aber O. Hofius in einem Artikel (O. Hofius “Wunder: semeion, Zeichen, Wunder,” TBLNT, 3. Auflage, Bd. 3, 1449.) , dass auch Jesu Tischgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern als Gleichnishandlung verstanden werden kann, als Zeichen, dass die Heilszeit angebrochen ist und als Vorwegnahme des eschatologisch (endzeitlich) Kommenden.

Ich frage mich, inwieweit es für eine solch ausgeweitetes Verständnis des biblischen Zeichen-Begriffs biblisch-exegetische Gründe gibt. Über eure Hinweise würde ich mich natürlich sehr freuen.

Von “Kommunität” reden oder es sein lassen? – eine These zum kommunitären Wesen

24. Februar 2009

Auf dem Blog unserer Initiative “Emergente Kommunitäten” habe ich einen kurzen Artikel unter diesem Titel veröffentlicht. Ich stelle dort eine Behauptung zur Verbindlichkeit in kommunitärem Leben auf, die ich gerne diskutiert wüsste. Ich freue mich also, wenn du die wenigen Zeilen lesen und kommentieren würdest. Hier kommst du zum Artikel.



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