Evangelium auf den Punkt gebracht?

Die Frage, was Evangelium ist, habe ich ja hier schon gestellt und hier, hier und hier sporadisch darauf geantwortet. Wenn man sich aber nur im Entferntesten mit Mission beschäftigt – was ich seit einigen Monaten tue – kommt man nicht so leicht von der Frage los.

Nicht selten trifft man beim Lesen und in Unterhaltungen auf den Versuch, Evangelium griffig zu formulieren. Wie man auch immer der Unternehmung einer solchen Kurz-Definition generell gegenüber stehen wird (zu dogmatisch? zu wenig narrativ?), mag das Nachdenken über diese Sätze eigene Tendenzen und Aversionen offenbaren. Deshalb – einige in Auswahl:

  • Friedrich Gerhard sagt: „Will man den Inhalt des Evangeliums kurz mit einem Wort zusammenfassen, so lautet er: Jesus der Christus.“ (ThWNT, Bd.2, 728)
  • John R. W. Stott macht deutlich, dass es nicht nur auf ein Christus-zentriertes Verständnis von Evangelium ankommt, sondern auch auf die Frage, wie man Jesus sieht. Seine Sicht von Jesus kommt in folgenden Worten zum Ausdruck: „Die Gute Nachricht ist Jesus. Und die Gute Nachricht von Jesus, die wir verkündigen, lautet, daß er für unsere Sünden gestorben ist, von den Toten auferweckt wurde und als Folge zur Rechten Gottes als Herr und Retter herrscht. Er hat Vollmacht, sowohl Buße wie Glauben zu fordern und all denen, die Buße tun, glauben und sich taufen lassen, Vergebung der Sünden und die Gabe des Geistes zu schenken.“ (Gesandt wie Christus, 53.)
  • Arthur Johnston betont Jesu Sterben und meint: “Evangelium befaßt sich mit dem Tod Jesu Christi für den Sünder, wie er in der Bibel aufgezeichnet ist” (Umkämpfte Weltmission, S. 157)
  • John V. Taylor versteht Jesus unter den Vorzeichen des “Neuen” und bringt so zum Ausdruck, Evangelium sei die gute Nachricht “… that something entirely new has happened to the universe, and to human-kind in particular, and that this has been brought about by Jesus Christ.“ (For all the world, 26.)
  • Emilio Castro unterstreicht: “Die Botschaft ist die alte Geschichte Jesu Christi, die heute lebendig wird, indem sie sich mit unserem Leben in jeder Hinsicht verbindet.” (Weltweite Evangelisation, 257.) Damit, wie schon der zweite Teil dieses Zitats nahelegt, betont er den Gegenwartsbezug. Das zeigt sich auch in seinem Verständnis von Jesus, als “… den, der in Palästina lebte, der durch die Lehre der Kirche bezeugt wird und uns heute fleischgeworden in den Notlagen und Hoffnungen unserer Welt gegenübersteht.” (Neue Wege zur Evangelisation, 192.)
  • Scot McKnight bestätigt die Christuszentriertheit, malt aber einen breiteren Horizont: “The Gospel … ist the work of God, in the context of a community, to restore Eikons (könnte mit “Bild” übersetzt werden, d. Verf.) to union with God and communion with others for the good of others and the world.” (Embracing Grace, 89.) und fügt am Ende seine Buches hinzu “That work of God may be powerful but it takes time.” (Ebd., 175.)
  • Lesslie Newbigin hätte wahrscheinlich dazu auch etwas zu sagen, nur hab ich ihn noch nicht gelesen. Von Peter hab ich aber gelernt, dass Newbigin “das Geheimnis der Menschheitsgeschichte” für zentral erachtet, das Gott in Christus enthüllt hat, um es allen Völkern bekannt zu machen, damit sie die Gelegenheit bekommen, herauszufinden, wer sie als Teil dieser Geschichte sind.
  • Walter Färber nannte auf dem EmergingCamp drei Sätze: Gott erneuert die Welt, er hat schon damit angefangen und du kannst/sollst/darfst dabei sein. (5:03) Die ganze Erklärung kann man hier hören.
  • Eine ähnliche, immer noch Kreuz-orientierte Sicht, die aber auch von der Erneuerung der Welt ausgeht und zudem graphisch visualisiert ist, findet sich hier:

Mich würde interessieren: Wo regt sich bei dir Widerspruch? Warum? Was entspricht deiner Vorstellung? Woran liegt das? Hast du eine andere Kurzformulierung von Evangelium, die du hier preisgeben willst?

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