Mir gäbbet nix

Soeben noch versunken in bekannte Sätze wie: “Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.” oder “lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an den Glaubensgenossen.” Plötzlich klingelt es an der Haustür. Ich mache auf und bin von der Tatsache eines Bettelnden so überrascht, dass sich sinngemäß nichts anderes über meine Lippen verflüchtigt als ein ”Nein-tut-mir-leid-an-der-Haustüre-möchte-ich-ihnen-nichts-geben.” Und während ich die Tür wieder schließe, schaue ich den Beiden noch kurz nach. Vor meiner eigenen verschlossen Tür stehend, komme ich nicht mehr von ihnen los. Allem aufklärerischen Wissen über Schieberbanden und organisierte Kriminalität zu Trotz und entgegen allen theologischen Überlegungen, dass nicht alles Allen gilt, sondern den Brüdern zu allermeist, denke ich immer und immer wieder an die Frau und ihren Sohn. Gerne würde ich ihnen jetzt ein, zwei Euro geben, um meine Gedanken zu beruhigen. Aber sie sind schon lange weg. Und irgendwie weiss ich nicht, ob ich das gut finden will. Aber dann wird mir klar, dass es schon öfter an meiner Tür geklingelt hat und ich nach schwäbischer Manier abweisend, mich wieder, zwar verwirrter als zuvor, an meine theoretischen-theologischen Ausarbeitungen über Gerechtigkeit und sozialem Dienst machte …

Eine Reaktion zu “Mir gäbbet nix”

  1. Bernhard

    Ein Gesinnungs – Leidens- und Betgenosse….ähm, -Bruder, mein ich.
    Servus, schön, deinen Blog entdeckt zu haben.
    Sach servus!

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