Neuer Online-Shop des ONE

25. Januar 2009

Ich möchte in Kürze Werbung in eigener Sache machen. Seit einigen Tagen ist der neuer Online-Shop “think ONE” meines Arbeitgebers ONE am Netz.

Die Datenbank von “think ONE” basiert auf der des “Buchkatalog“, die mit KNV, einem der drei Buchgroßhändler in Deutschland, verbunden ist – damit können über “think ONE” die meisten deutschen Bücher bestellt werden. Ferner findest Du hier englische Ausgaben gängiger Titel, genauso Literaturverfilmungen oder andere DVDs.

Erfahrungsgemäß sind mit 2-3 Tagen Lieferdauer bei einem verfügbaren Buch zu rechnen. Das heisst: Die Bestellung dauert einen Tag länger als bei Amazon, aber Du tust ein gutes Werk und sicherst meinen Arbeitsplatz … und kannst dich einen Tag länger über deine Tat freuen.

Nicht nur, dass man alle lieferbaren Bücher bestellen kann: Hinter “Think ONE” stehen Menschen, die Dir ihre Empfehlungen aussprechen. Deshalb werden hier in Zukunft auch wieder meine Musik-Tipps zu finden sein, die ja in den letzten Monaten etwas nachgelassen haben. Dieser Bereich braucht naturgemäß ein wenig Zeit, da ja auch nicht einfach alles empfohlen werden kann.

Ich würde mich also über Besuche, Bestellungen, Verlinkungen usw. freuen.

“Die Frauen wollen doch eh nicht …”

16. Dezember 2008

(Bild von hier) Bei meinem letztwöchigen Gespräch hörte ich von einigen Männern, genauso wie von einigen Frauen meiner Gesprächspartner immer wieder jene Meinung: “Frauen wollen doch eh nicht dies und jenes tun …” z.B. machten die meisten Frauen doch gar keine Anstalten Führungspositionen zu übernehmen, predigen zu wollen, als Mutter auch arbeiten zu gehen usw. – nach dem Motto: wenn Frauen von sich selbst aus dies oder jenes nicht wollen, dann hat die klassische Rollenverteilung ja schon seine Richtigkeit.

Eines muss man dieser Aussage lassen: die Beobachtung trifft zu. Tatsächlich nehme auch ich wahr, dass viele Frauen von sich aus keine Führungspositionen (…usw…) einnehmen wollen und dass sich nicht minder viele Männer zurückhalten Haushaltstätigkeiten zu übernehmen. Das wirft Rätsel auf. Ist der Grund für dieses Verhalten aber wirklich, dass bestimmte Aufgaben von Männern besser erledigt und andere Verantwortungsbereiche von Frauen kompetenter übernommen werden?

Eine andere Erklärung ist beim Emergent-Forum von Stini Müller nahegelegt worden: Sie stellt sich die Frage, in wie weit die betreffende Frau/ der betreffende Mann Sexismen verinnerlicht hat. Ist die Scheu vor einer traditionell geschlechter-untypischen Aufgabe nicht einfach nur in sexistischen Vorprägungen und nicht in einer zutreffenden Einschätzung der eigegen Persönlichkeit bzw. Fähigkeit begründet? Also: Übernimmt die leitungsbegabte Frau nur deshalb nicht die Aufgabe einer Führungsposition, weil sie es schlicht gewohnt ist, Männern an dieser Stelle zu sehen? Und scheut sich der erziehunsbegabte Mann nur deshalb vor der Aufgabe der Kindererziehung, weil er keine männlichen Modelle kennt?

Wäre dem so, dann läge der wahrnehmbaren Zurückhaltung nicht ausgiebige Selbstreflexion zugrunde, sondern einfach die Gewohnheit der Rollenverteilung! Aber wäre dem so, wie ließe sich dann damit umgehen? Natürlich finde ich es nicht sinnvoll den Spieß umzudrehen und umkehrend die Gewohnheit der Frau als Ministerin und des Mannes als Erzieher zu kultivieren und damit Menschen wiederum in Schemata zu pressen. Wobei. Kein Zwang bedeutet nicht, keine Herausforderung. Wahrscheinlich braucht die/der eine oder andere Ermutigung und Provokation um sich gedanklich auf einen Weg zu machen, um bei sich und beim anderen nachzufragen, ob die innere Ab- oder Zuneigung gegenüber bestimmten Aufgaben und Rollen wirklich persönlichkeitsbedingt oder schlicht kulturell durch verinnerlichte Sexismen verschnitten ist.

Das ist eine mögliche Erklärung für die oben behauptete Beobachtung. Vielleicht hast du ja eine andere? Was denkst du darüber? Was hörst du dazu in deinen Gesprächen von Frauen und Männern?

“Die Frauen können nicht … Männer sind nicht …”

13. Dezember 2008

In meinem letztwöchigen Gespräch, wurde die Formel “die Frauen” im Gegensatz zu “den Männern” und die dazugehörigen geschlechterspezifischen Attribute (beschütztend, nestwärmend, emotional vs. abenteuerlustig, kühn, abgeklärt) recht häufig verwendet. Das kenne ich von Büchern aus meinem Buchladen – Laut denen können Frauen z.B. nicht einparken und Männer nicht zuhören, dagegen sind Männer “wild at heart” und Frauen von der Venus, Männer wollen erobern und Frauen erobert werden usw. blabla

Was mir im Gespräch sofort aufgestößt ist diese scheußliche Typisierung und Verallgemeinerung. Es mag ja sein, dass viele Männer nicht so gerne Haushaltstätigkeiten tun, ich aber mag es; es mag stimmen, dass viele Frauen sich vor Führungspositionen scheuen, mir fallen aber auf Anhieb eine Hand voll Frauen ein. Ein Problem mit dieser Art der Typisierung ist also, dass sie Ausnahmen ausgrenzt. Das allerdings begegnet mir bei Männern wie Frauen (eine Kundin zu meiner Kollegin, als sie mit mir spricht während ich einpacke: “Überfordern sie ihn nicht. Nur Frauen können zwei Sachen auf einmal” oder ein Jugendleiter zu einem Jugendlichen: “An dich ist auch eine halbe Frau verloren gegangen” [!!!!]) – was nicht in das Bild der typischen Frau/ des typischen Mannes passt, wird als unweiblich/ unmännlich empfunden und so aus dem Gesamtbild ausgegrenzt. Vielleicht tut sie das, weil diese “Ausnahmen” sonst die ganze Typik ins Wanken brächten.

Jetzt ist das vielleicht keine neue Beobachtung, aber dennoch grundsätzlich. Frage ich mich doch, was man von einer solchen Typisierung  zu gewinnen erhofft. Was ist der Gewinn von ihr? Hilft sie – wie manche Frauen/Männer-Bücher uns glauben machen wollen – wirklich zur Identitätsfindung? Nach dem Motto: “Ah, ich verhalte mich so und so – ich bin Mann!” Oder ist sie schlicht Beruhigung?: “Haha … da ist ja lustig … die selbe Auseinandersetzung haben wir unserer Beziehung auch immer  - ich bin/ wir sind normal!” Dieses subtilere Moment der Normalität könnte meiner Meinung nach als Gewinn überwiegend entscheidend sein. Doch mal ehrlich: Steht das wirklich im Verhältnis zum Verlust? Die eigene Beruhigung auf Kosten Anderer? Ist es uns bewusst, dass wenn wir uns durch Typisierungen Männer/Frauen definieren, wir andere Männer und Frauen ausschließen und ihnen die Normalität absprechen?

Ich plädiere jedenfalls für die Wahrnehmung des Gesamtbildes, für eine differenziertere Sprache und für den Verzicht von Typisierungen. Ich wünsche mir, dass wir jede Person in seiner Einmaligkeit wertschätzen und seine Persönlichkeit nicht von seinem körperlichen Geschlecht her beschneiden. (Dabei entdecke ich im Rückblick auf meine letzte Woche, dass auch meine Sprache immer noch solche Typisierungen kennt … hm)

Ein wunderbares – nicht ganz ernstzunehmendes – Negativbeispiel an meinem Arbeitsplatz:

Phrasen und Argumentationen zum Thema “Gleichberechtigung”

12. Dezember 2008

Ich hatte letztes Wochenende ein Gespräch mit Menschen, die ich für überaus Geschlechter-gleichberechtigend halte und die sich teilweise von einer traditionellen Rollenverteilung bereits emanzipiert haben.

Aufgerüttelt haben mich deren Gedanken und Argumentationen – teilweise auch einfach deren Phrasen – zum Thema “Gleichberechtigung”, die ich eher von Leuten kenne, die mir – überspitzt gesagt – weiß machen wollen, dass die Frau am Herd von Gott gewollt ist oder mich anpissen, weil ich den Nachnamen meiner Frau angenommen habe.

Weil ich denke, dass man immer wieder auf solche Aussagen stößt will ich sie in einer kleinen Reihe kurz nennen und ihnen meine eher weniger überdachten affektiven Reaktionen entgegen halten. Wie immer freue ich mich, wenn ihr noch andere Phrasen und Argumente als Kommentar hinzufügt oder ebenso eure Reaktionen auf diese hin mitteilt.

Auszug, Einzug, Umzug und Renovier…äh…zug.

8. Dezember 2008

Wie schon angedeutet ziehen wir aus unserer bisherigen Gemeinschaft aus, ziehen weiter und schauen was dann passieren wird.

In unserer neuen Bleibe fallen einige wenige Renovierungsarbeiten an, in einem Zimmer muss tapeziert und gestrichen und in einem anderen ein neuer Boden verlegt werden. Wer Erfahrung mit solchem Handwerk hat, darf uns gerne am 27.12. helfen.

Da wir bisher viele Haushaltsgegenstände mit unseren Mitbewohnern geteilt haben, müssen wir solche jetzt neu anschaffen. Vielleicht bekommt aber der Leser von Haushaltsauflösungen, Gebraucht-Verkäufen o.ä. etwas mit und kann es uns weiterleiten. Benötigen werden wir eine Waschmaschine, einen Staubsauger und auf lange Sicht auch einen neueren Kühlschrank.

Der Umzugstermin ist übrigens voraussichtlich der 30.12. – wenn einige Tage ins Land gezogen sind und die Übersichtlichkeit in unsere neue Wohnung, dann werden wir sicherlich auch eine kleine Sause steigen lassen.

Rückblickende Gedanken zum Emergent-Forum 2008

2. Dezember 2008

Rückblick: Es ist Sonntag, ca. 17:30, irgendwo auf der A81 zwischen der Ausfahrt Pleidelsheim und Stuttgart-Feuerbach. Nachdem wir uns nun fast zwei Stunden über das zurückliegende Emergent-Deutschland-Forum unterhalten haben und ich wegen der beschlagenen Autoscheiben im Überholvorgang beinahe einen vorbeifahrenden VW Golf geküsst hätte (das war knapp!) verebben die Gespräche und ein müde-stilles Nachdenken kehrt ein. Es war schön das Wochenende. Es war herausfordernd. Es war ein Forum und eines, das seinem Namen wirklich gerecht wurde … HIER WEITERLESEN…

Hufi bietet hier eine umfassende Liste der Blogeinträge zum Forum, für jeden, der nicht dabei war und trotzdem viel erfahren möchte.

Winter und Erwachen

18. November 2008

Die Ereignisse in unserem Leben (und Tomte-Konsum) veranlassen mich diesen – für den Blogort hier -  ungewöhnlich persönlichen Eintrag zu schreiben. Denn nun kann alles offenbar werden, was sich schon lange auf den Weg gemacht hat. Ich verspüre derweil Lust am Trauern und Abschiednehmen, ich will das Hemd umdrehen und das Innerste umstülpen, die Nähte zeigen und die Schnitte nach außen tragen:

Bald, schon sehr bald heisst es für uns und für das, was wir “Gemeinschaft” hier in Flacht nennen wollten:

“Wasch alles weg, lass es ziehen Richtung Meer / und die Leute lieben Scheitern und ich scheitere so sehr / Zieh dir was Hübsches an und halte meine Hand / Heute Abend ist der letzte Abend in diesem Land!” (Tomte in “Voran, Voran”)

Die Entscheidung fiel, alleine zu wohnen. Entgegen unseren Träumen von gemeinsamem Leben, entgegen unser selbst. Mithin versuchen wir (göttliche?) Hinweise zu übersetzen und ihnen nachzugehen. So aber verstärkt sich das Gefühl trotziger Kapitulation – dem in die Hände zu fallen, der hoffentlich nicht fallen lässt. Von Verwirrung, zur Wut, zu einem hoffenden Silberstreifen am Himmel des Herzens, der uns sehnen lässt:

“Wenn man nur wüsste, woher man kommt / wenn man nur wüsste wohin / es einen unweigerlich führt / und wann du mich das nächste Mal berührst” (Tomte in “Geigen bei Wonderful World”)

So stehen wir hier. Kurz vor der Biegung. Wo sich der Weg verliert und vielleicht, vielleicht nach einigen Schritten mutigen Entschlusses für eine neue Wegstrecke wiederfindet. Und irgendwie ist da ja auch noch dieser Moment:

“Ich kann es riechen das wird ein heisses Jahr / es kommt etwas auf mich zu / da ist keine Dezenz in meinem Sinn / keine Überlegung in meinem Tun … Nimm die Dinge und schmeiß sie gegen die Wand / aus den Resten bauen wir ein Haus so groß wie ein Song … Küss mich wach Gloria” (Tomte in “Küss mich wach Gloria”)

Es wird Winter. Bestimmt wird es auch Erwachen geben!

Heureka! Platte, Konzert, Aufnäher.

14. November 2008

Heureka! Ich hab sie gefunden. Die neue Platte von Tomte. Heute noch schnell von Kasi gekauft. Rechtzeitig, um sich auf das Konzert vorzubereiten. Mental, memorierend, spirituell, körperlich und so was. Ich rede von dem Konzert, zu dem die Kasi zwei Karten in ihrem Geburtstagsgeschenkekorb gefunden hat. Und überraschender Weise fanden wir auch einen Tomte-Aufnäher der Platte begefügt. Jetzt muss ich nur noch die alte Jeans-Jacke finden und ihn draufnähen … was mit Edding draufschreiben wäre auch noch oldschool … vielleicht: Heureka!

14. November 2008

Emergent Forum 2008 Ich werd in gut zwei Wochen dabei sein! Und du?

Evangelium auf den Punkt gebracht?

10. November 2008

Die Frage, was Evangelium ist, habe ich ja hier schon gestellt und hier, hier und hier sporadisch darauf geantwortet. Wenn man sich aber nur im Entferntesten mit Mission beschäftigt – was ich seit einigen Monaten tue – kommt man nicht so leicht von der Frage los.

Nicht selten trifft man beim Lesen und in Unterhaltungen auf den Versuch, Evangelium griffig zu formulieren. Wie man auch immer der Unternehmung einer solchen Kurz-Definition generell gegenüber stehen wird (zu dogmatisch? zu wenig narrativ?), mag das Nachdenken über diese Sätze eigene Tendenzen und Aversionen offenbaren. Deshalb – einige in Auswahl:

  • Friedrich Gerhard sagt: „Will man den Inhalt des Evangeliums kurz mit einem Wort zusammenfassen, so lautet er: Jesus der Christus.“ (ThWNT, Bd.2, 728)
  • John R. W. Stott macht deutlich, dass es nicht nur auf ein Christus-zentriertes Verständnis von Evangelium ankommt, sondern auch auf die Frage, wie man Jesus sieht. Seine Sicht von Jesus kommt in folgenden Worten zum Ausdruck: „Die Gute Nachricht ist Jesus. Und die Gute Nachricht von Jesus, die wir verkündigen, lautet, daß er für unsere Sünden gestorben ist, von den Toten auferweckt wurde und als Folge zur Rechten Gottes als Herr und Retter herrscht. Er hat Vollmacht, sowohl Buße wie Glauben zu fordern und all denen, die Buße tun, glauben und sich taufen lassen, Vergebung der Sünden und die Gabe des Geistes zu schenken.“ (Gesandt wie Christus, 53.)
  • Arthur Johnston betont Jesu Sterben und meint: “Evangelium befaßt sich mit dem Tod Jesu Christi für den Sünder, wie er in der Bibel aufgezeichnet ist” (Umkämpfte Weltmission, S. 157)
  • John V. Taylor versteht Jesus unter den Vorzeichen des “Neuen” und bringt so zum Ausdruck, Evangelium sei die gute Nachricht “… that something entirely new has happened to the universe, and to human-kind in particular, and that this has been brought about by Jesus Christ.“ (For all the world, 26.)
  • Emilio Castro unterstreicht: “Die Botschaft ist die alte Geschichte Jesu Christi, die heute lebendig wird, indem sie sich mit unserem Leben in jeder Hinsicht verbindet.” (Weltweite Evangelisation, 257.) Damit, wie schon der zweite Teil dieses Zitats nahelegt, betont er den Gegenwartsbezug. Das zeigt sich auch in seinem Verständnis von Jesus, als “… den, der in Palästina lebte, der durch die Lehre der Kirche bezeugt wird und uns heute fleischgeworden in den Notlagen und Hoffnungen unserer Welt gegenübersteht.” (Neue Wege zur Evangelisation, 192.)
  • Scot McKnight bestätigt die Christuszentriertheit, malt aber einen breiteren Horizont: “The Gospel … ist the work of God, in the context of a community, to restore Eikons (könnte mit “Bild” übersetzt werden, d. Verf.) to union with God and communion with others for the good of others and the world.” (Embracing Grace, 89.) und fügt am Ende seine Buches hinzu “That work of God may be powerful but it takes time.” (Ebd., 175.)
  • Lesslie Newbigin hätte wahrscheinlich dazu auch etwas zu sagen, nur hab ich ihn noch nicht gelesen. Von Peter hab ich aber gelernt, dass Newbigin “das Geheimnis der Menschheitsgeschichte” für zentral erachtet, das Gott in Christus enthüllt hat, um es allen Völkern bekannt zu machen, damit sie die Gelegenheit bekommen, herauszufinden, wer sie als Teil dieser Geschichte sind.
  • Walter Färber nannte auf dem EmergingCamp drei Sätze: Gott erneuert die Welt, er hat schon damit angefangen und du kannst/sollst/darfst dabei sein. (5:03) Die ganze Erklärung kann man hier hören.
  • Eine ähnliche, immer noch Kreuz-orientierte Sicht, die aber auch von der Erneuerung der Welt ausgeht und zudem graphisch visualisiert ist, findet sich hier:

Mich würde interessieren: Wo regt sich bei dir Widerspruch? Warum? Was entspricht deiner Vorstellung? Woran liegt das? Hast du eine andere Kurzformulierung von Evangelium, die du hier preisgeben willst?